
Gold und Eiche
Verkosten
Ein Glas Pfälzer Weinbrand sieht ruhig aus: klar, goldgelb bis goldbraun, ohne Trübung. Die Spezifikation beschreibt Geruch und Geschmack als mild und weich, mit der Frucht der Pfälzer Weinberge und mit den Noten, die das Holz hinterlässt. Beim Verkosten achtet man zuerst auf die Farbe, dann auf den Duft, zuletzt auf den Geschmack.
Ein Nosing-Glas oder eine kleine Tulpe, die sich nach oben verengt, sammelt die Aromen. Gefüllt wird nur ein Fingerbreit. Das Glas wird kurz geschwenkt, und ein Tropfen Wasser öffnet manchmal die Nase. Der Brand soll nicht kalt sein, bei Zimmertemperatur zwischen etwa 16 und 20 Grad geben die Aromen am meisten her.
Zum Vergleich bieten sich Marken an, die in dieser Region groß geworden sind. Chantré bezeichnet das Haus selbst als milden Weinbrand, und Mariacron aus Oppenheim zählt ebenfalls zu den bekannten deutschen Marken. Wer beide nebeneinander riecht, lernt, wie weit ein Handelsweinbrand vom Pfälzer Weinbrand mit seinem Pflichtenheft entfernt sein kann.
Beim Tresterbrand aus einer Pfälzer Abfindungsbrennerei duftet es nach Traubenschalen, Kernen und etwas Kräutern. Im Mund wirkt er trockener und kantiger als der Weinbrand. Er darf etwas kühler ins Glas, damit seine Würze nicht zu scharf wird.
Zwischen den Proben helfen Wasser und ein Stück Brot, damit die Nase wach bleibt. Beim Verkosten genügen kleine Mengen, es geht um Duft und Geschmack, nicht um Menge.