
Tsikoudia und Zivania
Brandstil
Was ist der Unterschied zwischen Tsikoudia, Raki und Ouzo? Tsikoudia und kretischer Raki sind dasselbe: ein klarer Tresterbrand aus Weintrester, ohne Anis. Ouzo ist eine Anisspirituose, und der türkische Rakı ebenfalls, deshalb werden beide mit Wasser trüb.
Die Tsikoudia of Crete ist in der EU als geografische Angabe für Spirituosen geschützt und fällt unter die Kategorie Tresterbrand. Das technische Dossier beschreibt sie als farblos, klar, mit intensiven Aromen, die von den Rebsorten und der Herstellung stammen. Trocken, kräftig und traubig, so fassen es Brenner und Wirte zusammen.
Zypern liegt weit entfernt und bekommt einen eigenen Auftritt: Dort heißt der Tresterbrand Zivania und trägt ebenfalls eine geschützte geografische Angabe. Er wird aus Trester der zypriotischen Sorten gebrannt, vor allem Mavro und Xynisteri, und die Spezifikation nennt nach Angaben der zyprischen Handelskammer eine Stärke von 43 bis 52 Prozent.
Der Name Zivania geht nach Darstellung der Kammer auf Rückstände der Weinbereitung zurück, die in Zypern Zivana heißen. Damit ähnelt die Herkunft der Tsikoudia: Aus dem, was übrig bleibt, wird ein Brand mit Eigenschaft.
Steht auf einem Etikett Tsikoudia of Crete, stammt der Brand von der Insel, auch wenn der Wirt ihn nur Raki nennt. Wichtig ist das, weil das Wort Raki allein auf Kreta, in der Türkei und auf dem Balkan ganz verschiedene Getränke bezeichnet: Anisspirituose, Tresterbrand oder, als Rakija, allgemein Obst- und Traubenbrand.
Der Unterschied liegt also nicht im Rohstoff, sondern im Land, im Rebsortenmix und im Rechtsrahmen. Auf Kreta bestimmen Vilana, Kotsifali und Liatiko die Aromen, auf Zypern sind es zwei andere Sorten, und die Mindeststärke ist dort höher.
Tsikoudia of CreteTresterbrand · Weintrester von Kreta
- Alkohol
- 37,5–45 % vol
- Reife
- 0 Jahre
Klar und farblos, kräftig nach Traube, trocken im Abgang; ohne Anis, anders als Ouzo und Rakı.