
Sorte statt Mischung
Brandstil
Die Leitbrände Friauls lassen sich an einer Frage ordnen: Wird der Trester vieler Sorten gemeinsam gebrannt oder der einer einzigen? Die Mischung, bei Nonino unter dem Namen Tradizione zu finden, soll das Typische der Region zeigen. Dazu kommen Obstbrände, die im Land eine eigene Tradition haben. Die Monovitigno zeigt dagegen eine einzelne Rebe, und das ist die Neuerung von 1973.
Wer mehrere Monovitigno nebeneinander riecht, merkt den Unterschied sofort. Weiße, aromatische Sorten wie Ribolla Gialla duften nach Blüte und Frucht, Trester von Schioppettino wird oft als würzig und pfeffrig beschrieben, der von Pignolo als dichter und kräftiger. Picolit steht im Ruf, feine Blütentöne zu geben. Das sind Eindrücke, keine Normen: Jahrgang, Boden und Brennführung färben jede Flasche anders.
Wie verhält sich Grappa zu Weinbrand? Grappa entsteht aus dem Trester, also aus den Resten der Kelter, Weinbrand aus dem Wein selbst, so wie Cognac. Darum riecht Grappa nach Traubenschale und Kern, Weinbrand nach Wein und Eiche. Beide sind nicht dasselbe, auch wenn sie am Ende in einem Glas stehen.
Williams friulano, der Birnenbrand, duftet nach reifer Birne, saftig und weich. Kirsch Friulano ist trockener, mit Kirschkern und einem Hauch Bittermandel, wenn die Steine heil geblieben sind. Der Sliwovitz del Friuli-Venezia Giulia riecht nach Pflaume und Marzipan und endet dezent herb. Gemeinsam ist ihnen, dass Frucht und Traube im Vordergrund stehen und der Alkohol sie nur trägt.
Alle diese Brände werden in der Regel mit 40 bis 45 Prozent Alkohol abgefüllt, der gesetzliche Mindestwert liegt bei 37,5. Der Steckbrief fasst drei Leitbrände zusammen und zeigt, wie nah und doch verschieden Traube, Birne und Pflaume im selben Land sein können.
Grappa friulanaTresterbrand · Trester friulanischer Reben
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 0–5 Jahre
Klar, Traubenschale und Blüte, trocken im Antrunk, warm im Abgang; Monovitigno betont eine Sorte.