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Reifung & Lagerung in der Region Georgien

Klar oder Holz

Reifung & Lagerung

Gereift wird Chacha traditionell kaum, sie kommt klar und farblos in die Flasche. Ein paar Wochen Ruhe in einem neutralen Gefäß aus Glas oder Edelstahl nehmen dem frischen Destillat die Schärfe, mehr braucht der klassische Hausbrand nicht. Vor dem Abfüllen wird das Destillat mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt, denn aus dem Kessel kommt es mit deutlich mehr Alkohol, als in der Flasche stehen soll. Das gilt für Brandy ebenso.

Es gibt aber auch Chacha, die im Holz liegt. Einige Häuser lagern sie in Eichenfässern, wo sie Farbe, Vanille und leichte Röstnoten annimmt. Solche Abfüllungen sehen dem Brandy ähnlich, bleiben aber Tresterbrand, kein Weinbrand.

Beim Brandy ist das Holz für den Verkauf in der EU Pflicht. Nach der EU-Spirituosenverordnung muss ein Brandy oder Weinbrand mindestens ein Jahr in Eichenbehältern von tausend Litern und mehr oder mindestens sechs Monate in kleineren Eichenfässern reifen. Im Fass läuft vieles gleichzeitig ab: Das Holz gibt Farbe und Gewürznoten ab, Sauerstoff dringt langsam ein und rundet die Schärfe, und ein kleiner Teil des Alkohols verdunstet durch die Dauben.

Manche Häuser gehen deutlich darüber hinaus. Die Kakhuri Traditional Winery in Kachetien, die neben Brandy auch Wein, Schaumwein und Chacha herstellt, füllt unter dem Namen Old Kakheti nach Angaben von Händlern Brandys mit Altersangaben von drei bis siebzehn Jahren ab.

Eine Altersangabe auf dem Etikett meint in der EU stets den jüngsten Bestandteil des Verschnitts. Ein Brandy mit der Angabe sieben Jahre enthält also kein jüngeres Destillat, ältere Anteile dürfen dagegen beigemischt sein. Wer siebzehn Jahre wartet, bekommt weniger Brandy, als er eingefüllt hat, denn jedes Jahr verdunstet ein Teil durch das Holz.

Dazu im Lexikon

Wie Eichenfässer Spirituosen prägen: Fassreifung beim Whisky
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