
Chacha und Brandy
Brandstil
Gibt es georgischen Cognac? Als Bezeichnung nicht mehr, als Erinnerung schon. Rund ein Jahrhundert, von den 1890er-Jahren bis in die 1990er, nannte man den Brandy auf Georgisch und Englisch Cognac. Heute heißt er Brandy, denn Cognac ist ein in der EU geschützter Name für Weindestillat aus dem französischen Charente-Gebiet. Auf alten Etiketten und in Erzählungen taucht das Wort weiter auf, als Geschichte, nicht als heutige Bezeichnung.
Im Glas zeigt sich der georgische Brandy bernsteinfarben, mit Noten von Vanille, getrockneten Früchten und Nuss, bei älteren Abfüllungen kommen Honig und Gewürze dazu. Wo er in der EU verkauft wird, fällt er unter Brandy oder Weinbrand: Er stammt aus Wein und hat im Eichenholz gelegen. Zu den bekanntesten Namen gehört Eniseli, eine Marke des Hauses Sarajishvili, als deren Schöpfer der Haustechnologe Vakhtang Tsitsishvili 1943 genannt wird.
Die Chacha kommt dagegen klar ins Glas und riecht nach Traubenschale, frischem Most und manchmal nach Kräutern. Am Gaumen ist sie trocken und kräftig, ein Brand mit Kanten, der nicht gefällig sein will. Saperavi-Trester bringt meist mehr Frucht und Gerbstoff, Rkatsiteli-Trester wirkt in der Regel schlanker. Das Wort Chacha bezeichnet im Georgischen sowohl den Brand als auch den Trester selbst, aus dem er gemacht wird. Die Stärke liegt meist zwischen vierzig und gut fünfzig Prozent, Hausbrände können deutlich darüber liegen.
Gegenüber der italienischen Grappa unterscheidet sich Chacha vor allem durch ihre Herkunft: Sie stammt aus dem Trester von Qvevri-Weinen, oft samt Stielen, und wird häufig als Hausbrand gebrannt, nicht als Markenprodukt. Zwischen beiden liegt ein klarer Gegensatz: Der Brandy ist rund, warm und holzgeprägt, die Chacha spitz, klar und traubig.
ChachaTresterbrand · Traubentrester, oft Rkatsiteli, Saperavi
- Alkohol
- 40–55 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Klar und trocken, Traubenschale und Kräuter, kräftig und kantig im Abgang.