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Verkosten in der Region Georgien

Glas und Temperatur

Verkosten

Welches Glas passt zu Chacha? Ein kleines Nosing-Glas oder eine Tulpe, deren Rand sich verengt und den Duft sammelt. Zuerst wird gerochen, mit etwas Abstand zur Nase, denn bei vierzig Prozent und mehr verdeckt der Alkohol sonst alles andere. Dann folgt ein kleiner Schluck, den man kurz im Mund lässt.

Kühl, aber nicht kalt: Chacha schmeckt bei etwa zehn bis fünfzehn Grad am klarsten, Brandy dagegen bei Zimmertemperatur um achtzehn bis zwanzig Grad, wo sich Vanille und Frucht entfalten. Zu kalt bleibt der Duft verschlossen, zu warm sticht der Alkohol.

Aus Tiflis stammt Eniseli von Sarajishvili, eine Marke, die als einer der bekanntesten georgischen Brandy-Namen gilt. Aus Kachetien kommt Old Kakheti der Kakhuri Traditional Winery, bei dem sich junge und lange gereifte Stufen nebeneinander vergleichen lassen. Dieselbe Kellerei füllt auch Chacha ab, was einen Vergleich zwischen Weinbrand und Tresterbrand aus einem Haus erlaubt.

Bei Chacha lohnt der Blick auf Sauberkeit: Ein sauberer Brand riecht nach Traube, ein schlecht geschnittener nach Klebstoff oder Nagellack, und muffige oder essigstichige Töne deuten auf Fehler in der Maische hin. Beim Brandy wandert die Nase von Vanille über Trockenfrüchte zu Nuss, Honig und Holz, und der Nachhall am Gaumen zeigt, wie lange das Fass gearbeitet hat. Ein paar Tropfen Wasser öffnen bei höherer Stärke oft den Duft.

Zum Abschluss gehört ein Schluck Wasser und etwas Brot, damit der Gaumen für den nächsten Brand wieder frei ist. Wichtig ist die Reihenfolge: erst die klare Chacha, dann der Brandy, weil sonst das Holz die feinen Töne der Chacha übertönt. Das Glas darf dabei ruhig leer wirken: Schon ein bis zwei Zentimeter Brand reichen für die Nase.

Dazu im Lexikon

Nosing-Gläser und mehr: die Ausstattung für die Hausbar
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