
Ruhe im Glas
Reifung & Lagerung
Frisch aus der Blase wirkt jeder Birnenbrand noch hart und unruhig. Die meisten Obstbrände ruhen deshalb in Glasballons oder Edelstahltanks, wo sie weder Farbe noch Holzaroma annehmen. Bei Birne und Dirndl ist das die gängige Lagerung, Holz bleibt die Ausnahme.
Nach der Ruhezeit, die je nach Brenner einige Monate oder länger dauert, wird das Destillat mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt. Der Original Pielachtaler Dirndlbrand kommt mit mindestens 39 und höchstens 45 Prozent Alkohol in die Flasche. Ein Birnenbrand hält sich nach Aussage von Fachleuten über viele Jahre, ohne zu verderben.
Wer Holz nutzt, nimmt meist Eiche, und dann gelten klare Regeln. Obstbrand darf nicht gefärbt werden, nur Zuckerkulör ist erlaubt, wenn der Brand mindestens ein Jahr in Kontakt mit Holz gereift ist. Ein Fass kann also Farbe und Würze beisteuern, ein Zusatz aus der Flasche nicht.
Altersangaben auf dem Etikett sind eine Herstellerangabe, die EU kennt für Obstbrand keine Altersstufen wie für Cognac. Wenn ein Haus „alt“ oder eine Jahreszahl nennt, muss sie sich auf den jüngsten Anteil im Brand beziehen und unter Steueraufsicht gelagert worden sein. Ein Elsbeerenbrand mit der Angabe von drei Jahren darf also keinen Tropfen jüngeren Destillats enthalten.
Ob ein Brand im Glas oder im Fass liegt, ist dabei keine Frage der Güte. Es ist eine Entscheidung über den Stil: Das Glas hält die Frucht klar, das Fass macht sie runder und dunkler.