
Rübe, Pregler, Beere
Brandstil
Was ist der Wildschönauer Krautinger? Ein Brand aus Stoppelrüben, den man nur in der Wildschönau brennen darf und der nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sehr eigenwillig schmeckt. Er ist erdig, scharf und deutlich anders als jeder Obstbrand, und er galt in der Volksmedizin als Hausmittel. Wer ihn noch nie probiert hat, vergleicht ihn zuerst mit nichts, was er kennt.
Der Osttiroler Pregler ist dagegen der freundliche Bruder. Es ist ein klarer Brand aus alten Osttiroler Apfelsorten und Mostbirnen mit süßer, fruchtiger Nase. Er ist der einzige Tiroler Brand mit EU-Herkunftsangabe, und er unterscheidet sich vom gewöhnlichen Obstler dadurch, dass Rohstoff und Brennen an den Bezirk Lienz gebunden sind. Wer Pregler und Krautinger nebeneinander probiert, schmeckt den Abstand zwischen Obst und Rübe sofort.
Der Vogelbeerbrand ist herb und trocken, mit einem bitteren Nachhall, der an die Beere erinnert. Er ist weder süß noch sauer und wirkt auf manche Gäste ungewohnt, auf Kenner dagegen sehr eigen und klar. In Tirol, der Steiermark und Salzburg hat er Tradition, und wegen der geringen Ausbeute bleibt er ein Spezialitätenbrand.
Enzian und Meisterwurz sind die Wurzelbrände. Der Enzian schmeckt bitter und erdig, der Meisterwurzbrand frischer und würziger. Beide kommen heute in kleinen Gläsern auf den Tisch, meist am Ende des Essens, und beide lassen sich von Obstbränden sofort unterscheiden: Wo der Obstler nach Frucht duftet, riechen sie nach Wiese, Erde und Kräutern.
Wildschönauer KrautingerWurzelbrand · Stoppelrübe
- Alkohol
- 38–48 % vol
- Reife
- 0–1 Jahre
Farblos, erdig und scharf, sehr eigenwillig. Zweifach gebrannt, nur aus der Wildschönau.