
Trauben und Trester
Frucht & Rohstoff
Was für Trauben stecken in einem portugiesischen Weinbrand? In der Lourinhã sind es nach Angaben der Genossenschaft vor allem weiße Sorten wie Malvasia-Rei, Fernão Pires, Seara Nova, Vital und Tália, dazu die roten Tinta Miúda und Castelão. Das ist ein bunter Sortenmix, kein Einheitswein wie im Cognac, wo eine einzige Traube fast alles bestimmt.
Tália ist der portugiesische Name für Ugni blanc, jene Traube, die im Cognac fast allein den Grundwein liefert. Sie ergibt einen säurereichen, alkoholarmen Wein und gilt gerade deshalb als ideal zum Brennen. In der Lourinhã zählt sie zu den bekanntesten Sorten des Brandes.
Wo die Trauben wachsen, ist Teil der Regel. Der Wein für die Aguardente DOC Lourinhã muss aus dem abgegrenzten Gebiet um die Stadt stammen, und ebenso binden sich die Brände aus Douro, Alentejo und Ribatejo an ihre Namensregionen.
Im Douro hängt der Weinbrand am Takt der Lese. Der Wein für die Aguardente de Vinho Douro muss aus Trauben der abgegrenzten Region stammen und spätestens Ende März nach der Weinbereitung destilliert sein, und zwar in der Region, sofern das Institut IVDP keine Ausnahme erlaubt.
Beim Tresterbrand ist die Frucht eine Schale. Trester heißt der Rückstand nach dem Keltern, also Beerenhäute, Kerne und Stiele. Für die Aguardente Bagaceira da Bairrada muss er von roten Trauben stammen, frisch und nicht einsiliert. Die Leitrebe der Bairrada ist die Baga, deren dicke Schale viel Farbe und Gerbstoff mitbringt.
Auch im Gebiet der Vinhos Verdes im Nordwesten sind Aguardente de Vinho und Bagaceira geschützt, jeweils mit einem eigenen Lastenheft. Der Alentejo hat ebenfalls eine Aguardente Bagaceira mit eigenem Namen und daneben einen eigenen Weinbrand.