
Glas und Nase
Verkosten
Zum Verkosten eignet sich ein Nosing-Glas oder eine kleine Tulpe, die sich nach oben verjüngt. So sammeln sich die Aromen, ohne dass der Alkohol die Nase überrollt. Zimmertemperatur reicht, denn Kälte versteckt die Aromen eines Weinbrands ebenso wie die einer Bagaceira.
Ein Beispiel für gereiften Weinbrand ist die Aguardente DOC Lourinhã der Adega Cooperativa da Lourinhã, die das Haus unter anderem als Matriz und als XO anbietet. Bei gereiftem Weinbrand dieser Art erwartet man im Glas Töne von Vanille, Trockenobst, Gewürz und geröstetem Holz, dazu eine weiche, warme Mitte.
Die Bagaceira der Quinta das Bágeiras aus der Bairrada steht für den anderen Typ, den klaren Tresterbrand. Hier suchen Verkoster Frische, Kräuter und reife Beerenhaut. Das Lastenheft der Bairrada beschreibt kräuterige Aromen und wenig Bitterkeit, genau das sollte die Nase finden.
Die Bagaceira Velha von Soalheiro aus den Vinhos Verdes zeigt, was Lagerung im Holz bedeutet. Nach den Regeln der Region heißt eine Bagaceira ab einem Jahr Fass Velha. Zu erwarten sind dann Holz und Gewürz neben den Kräutern, bei mehr Rundung im Mund.
Beim Vergleichen schenkt man wenig ein und riecht zuerst mit leicht geöffnetem Mund, denn hoher Alkohol betäubt die Nase schnell. Dann kommt ein kleiner Schluck, den man kurz im Mund lässt. Der Abgang verrät, wie lange das Aroma bleibt und ob sich der Alkohol meldet oder zurückhält. Wasser zwischendurch hält die Nase frisch.