
Der Leitbrand
Brandstil
Wer sich fragt, was Damassine ist, bekommt im Jura eine klare Antwort: Brand aus der Damasson rouge, geerntet im Kanton Jura und dort gebrannt. Unter diesem Namen läuft kein Zwetschgenwasser und kein beliebiger Pflaumenbrand. Zwetschgen sind größer und blau, die Damasson rouge ist rot und mirabellengroß.
In der Schweiz tragen genau vier Brände eine AOP. Neben der Damassine sind das der Walliser Williamsbirnenbrand (Eau-de-vie de poire du Valais), die Abricotine aus dem Wallis und der Zuger Kirsch, der auch Rigi Kirsch heißen darf. Jeder gehört zu einer Frucht und einer Landschaft, und die Damassine ist darunter der einzige Pflaumenbrand.
Im Glas ist sie klar. Das Pflichtenheft beschreibt einen äußerst kräftigen Geschmack nach kleinen wilden Pflaumen, dazu Bittermandel und den Duft von geschnittenem Trockengras. Fruchtige, süßliche oder würzige Töne können hinzukommen. Mindestens 40 % vol hat jede Flasche beim Verkauf.
Die Etikette verrät mehr als bei vielen Bränden: Jahrgang, Gemeinde der Ernte und der Zusatz „Produktion aus veredelten Bäumen“ oder „Produktion aus wilden Bäumen“. So bleibt jede Flasche einem Ort, einem Jahr und einer Art von Bäumen zugeordnet.
Der Name schützt auch Lebensmittel. Wer ein Produkt „mit Damassine“ nennt, darf neben der Damassine keinen anderen Branntwein, Likör oder sonstigen Alkohol verwenden, und der Geschmack der Pflaume muss im fertigen Produkt wahrnehmbar bleiben. Das gilt für jedes Lebensmittel mit Damassine, etwa Konfitüre oder Gebäck.
Damassine AOPObstbrand · Damasson rouge, kleine rote Pflaume
- Alkohol
- 40–45 % vol
- Reife
- 1–2 Jahre
Kräftig nach wilder Pflaume, Bittermandel und geschnittenem Trockengras, fruchtig bis würzig.