
Zweimal durch Kupfer
Brennen
Was ist ein Potstill Brandy, und wie wird er gebrannt? Der Name kommt von der englischen „pot still“, der Brennblase aus Kupfer, die wie ein dicker Topf mit langem Hals aussieht. Der Wein wird darin erhitzt, der Alkohol verdampft früher als das Wasser, und im Kühler schlägt sich der Dampf als Flüssigkeit nieder.
Zweimal geht der Wein durch die Blase. Der erste Durchgang liefert ein schwach alkoholisches, noch rohes Destillat, das alle Begleitstoffe mitnimmt. Der zweite schärft es und trennt es in Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Nur das Herzstück, der Mittellauf, wird für den Brandy aufgehoben; der Rest wird oft erneut verwendet.
Kupfer ist mehr als Material, es greift ein: Es bindet unerwünschte Schwefelverbindungen und macht den Brand sauberer. Darum glänzen die Blasen in den Brennhäusern so rötlich, und darum werden sie gepflegt wie Familienstücke.
Die Größe der Anlagen ist beeindruckend: Auf dem Gelände von KWV in Worcester stehen nach Angaben des Unternehmens 120 Blasen in einer einzigen Halle. Bei Van Ryn's gibt es nach Angaben des Hauses eine Blase, die mehr als 200 Jahre alt ist.
Nicht jeder südafrikanische Brandy kommt allein aus der Blase. Beim Blended Brandy besteht ein Teil aus ungereiftem Weindestillat, das häufig in Kolonnen gebrannt wird, also in hohen Säulen, die ununterbrochen laufen. Es ist leichter und neutraler als das Blasendestillat und verdünnt dessen kräftigen Ton.
Das frische Destillat ist klar und noch ohne Holz. Erst im Fass bekommt es seine Farbe, und davon handelt die nächste Station.