
Birne, Apfel, Trester
Brandstil
Im Glas riecht der Südtiroler Williams nach einer frisch aufgeschnittenen Birne: reif, saftig, mit einem Hauch Muskat. Er ist glasklar, hat mindestens 40 Prozent Alkohol und wirkt im Mund weicher und süßlicher, als der kräftige Duft vermuten lässt. Von allen Südtiroler Bränden ist er der mit dem klarsten Profil.
Der Südtiroler Golden Delicious ist ein Apfelbrand, und für ihn ist die Kurzbezeichnung ausdrücklich erlaubt: Statt Apfelbrand aus Golden Delicious darf das Etikett schlicht den Sortennamen tragen. Er schmeckt milder und runder, nach reifem gelbem Apfel, mit wenig Säure. Der Südtiroler Gravensteiner ist sein Gegenstück: Der alte Sommerapfel bringt mehr Frische und einen kräftigeren Apfelduft.
Was ist ein Südtiroler Obstler? Der Name steht für einen Obstbrand, bei dem mindestens 85 Prozent der Maische aus Äpfeln, Birnen oder beiden stammen; bis zu 15 Prozent dürfen andere Früchte sein. In Südtirol ist die Bezeichnung zusätzlich als geografische Angabe geschützt. Der Obstler schmeckt breiter und weniger eindeutig als ein Sortenbrand, weil mehrere Früchte zusammenspielen.
Der Südtiroler Grappa kommt dagegen von der Traube und ist ein Tresterbrand. Der Lagrein gibt ihm dunkle, würzige Töne, weiße Sorten wie der Gewürztraminer eher Blüten und Gewürz. Anders als irgendein Grappa aus Italien darf er nur Trester aus Südtiroler Trauben enthalten, die auch in der Provinz zu Wein verarbeitet wurden.
Wer Südtirol mit den Nachbarn vergleicht, merkt vor allem eines: Hier steht die Sorte vorn. Der Name sagt, ob Birne oder Apfel im Glas steckt, und die Herkunft ist in jedem Fall dieselbe, nämlich Südtirol.
Südtiroler WilliamsObstbrand · Williams-Birnen
- Alkohol
- 40–43 % vol
- Reife
- 0–2 Jahre
Glasklar, intensiver Duft reifer Birne, weich und rund im Abgang.