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Brandy der Welt: Armenien, Georgien, Südafrika, Pisco

Namen und Streit

Brandy der Welt: Armenien, Georgien, Südafrika, Pisco

Brandy entsteht überall, wo Wein wächst, doch die Namen sind streng verteilt: Armenien muss das Wort Cognac bis 2043 vollständig aufgeben, Georgien nennt seine Brände Brandy, Südafrika regelt Potstill Brandy streng, Pisco aus Peru und Chile ist Traubenbrand ohne Eichenpflicht, und Metaxa ist gar kein Brandy.

Armenischer Brandy: Warum er nicht mehr Cognac heißen darf

In Jerewan wird seit 1887 Brand aus Wein in industriellem Maßstab hergestellt. Die bekannteste Marke ist Ararat der Yerevan Brandy Company, die heute zu Pernod Ricard gehört. Zu Sowjetzeiten und lange danach hieß dieser Brand im Osten Europas ganz selbstverständlich Cognac, und viele Flaschen trugen das Wort auf Kyrillisch.

Das Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Armenien, 2017 unterzeichnet und im März 2021 in Kraft getreten, beendet das schrittweise. Ab 2032 dürfen neue Chargen nicht mehr als Cognac bezeichnet werden, bis 2043 muss der Name ganz verschwinden. Die EU unterstützt die Umbenennung finanziell. Korrekt ist daher armenischer Brandy.

Georgien und Südafrika: Brandy mit eigener Tradition

In Tiflis gründete David Sarajishvili am 1. September 1884 sein Haus, das bis heute Brände aus georgischem Wein herstellt. Auch hier lautet die korrekte Bezeichnung Brandy. Nicht verwechseln sollte man ihn mit Chacha, dem georgischen Tresterbrand, der aus Pressrückständen der Trauben gebrannt wird und 2011 als erste georgische geografische Angabe registriert wurde.

Südafrika hat eine der ausführlichsten Brandy-Regelungen außerhalb Europas. Nach Angaben der Branche muss Potstill Brandy vollständig aus der Brennblase stammen und mindestens drei Jahre in Eichenfässern von höchstens 340 Litern reifen. Ein Blended Brandy enthält mindestens 30 Prozent Potstill-Anteil, der Rest darf aus der Kolonne kommen. Eine eigene Stufe Vintage Brandy verlangt lange Reife aller Anteile. Prägend war die Winzergenossenschaft KWV, gegründet am 8. Januar 1918. Der Unterschied zwischen beiden Hauptstilen ist im Glas gut zu merken: Potstill Brandy wirkt dichter und vielschichtiger, ähnlich einem Cognac, ein Blended Brandy leichter und eher zum Mischen gedacht. In Südafrika wird Brandy traditionell oft mit Cola oder Wasser verlängert getrunken.

Pisco und Singani: Traubenbrand ohne Eichenpflicht

Pisco gehört zur Familie, ist aber kein Weinbrand: Er wird aus frisch vergorenem Most gebrannt, eine Eichenreife ist nicht vorgeschrieben, und im EU-Register steht der peruanische Pisco sogar unter Obstbrand. Peru und Chile beanspruchen den Namen beide, und beide haben eine eigene Ursprungsbezeichnung. Der peruanische Pisco stammt aus fünf Regionen, wird einmal direkt auf Trinkstärke gebrannt, ohne Wasser und ohne Holz, und ruht mindestens drei Monate in neutralen Behältern. In der EU ist er seit 2009 geschützt. Chile erlaubt für seinen Pisco aus Atacama und Coquimbo Wasserzusatz und Holzreifung.

Singani aus Bolivien wird aus Muscat of Alexandria gebrannt, von Reben in mindestens 1 600 Metern Höhe, mit Zentrum in Tarija. Er hat eine eigene Ursprungsbezeichnung und ist kein Pisco, auch wenn beide aus aromatischen Trauben stammen. Mit Grappa werden Pisco und Singani ebenfalls gern verwechselt. Der Unterschied liegt im Rohstoff: Grappa entsteht aus Trester, also aus den Schalen und Kernen, die nach dem Keltern übrig bleiben. Pisco und Singani dagegen werden aus vergorenem Most gebrannt, dem Saft der Trauben. Das macht sie fruchtiger und blumiger.

Metaxa, Brandy italiano und die Grenzen des Begriffs

Metaxa wird oft als griechischer Brandy bezeichnet, ist aber eine Spirituose eigener Art. Das Haus, 1888 von Spyros Metaxa in Piräus gegründet und seit 2000 im Besitz von Rémy Cointreau, verschneidet Weindestillat mit Muskatwein und Pflanzenauszügen und lässt das Ganze in Eiche reifen. Weil diese Zusätze in der Kategorie Weinbrand nicht erlaubt sind, darf Metaxa seit 1987 nicht mehr Brandy heißen. Auf der Flasche steht heute „Original Greek Spirit“.

Innerhalb Europas gibt es dagegen zahlreiche geschützte Brände aus Wein: Brandy italiano, Brandy de Jerez und Brandy del Penedés in der Kategorie Weinbrand, dazu Weindestillate wie die rumänischen Vinars oder die bulgarischen Traubenrakias. Für alle gilt dieselbe Leseregel: Erst prüfen, ob Wein oder Trester gebrannt wurde, dann, ob und wie lange Eiche vorgeschrieben ist.

Kurz unterschieden

Armenischer Brandy
Brand aus Wein aus Armenien; das Wort Cognac ist für neue Chargen ab 2032 verboten, ganz ab 2043.
Pisco
Traubenbrand aus Peru oder Chile; der peruanische ohne Holz und ohne Wasserzusatz, daher kein Weinbrand.
Metaxa
Weindestillat mit Muskatwein und Pflanzenauszügen; darf seit 1987 nicht mehr Brandy heißen.

Dazu im Lexikon

Cognac und Armagnac im LexikonGrappa und Chacha: Brände aus TresterPisco und Brandy im Cocktail
ZurückBrandy de Jerez: Solera, Reserva, Gran Reserva erklärtWeiterWeinbrand im Glas: Sidecar, Brandy Crusta, Asbach-Cola

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