
Nase vor Zunge
Verkosten
Auf dem Holztisch stehen drei kleine Gläser, daneben liegen eine Pflaume, ein Apfel und ein paar Sauerkirschen. Für Pálinka eignet sich ein Tulpenglas oder ein Nosing-Glas, das sich nach oben verjüngt und die Aromen sammelt. Ein breites Schnapsglas lässt sie verfliegen.
Die Temperatur liegt bei Zimmerwärme oder knapp darunter, etwa 16 bis 18 Grad. Zu kalt verschließt sich der Duft, zu warm sticht der Alkohol. Man riecht zuerst, ohne das Glas ganz unter die Nase zu halten, denn die ersten Atemzüge bringen vor allem Alkohol, erst danach folgt die Frucht.
Bei der Szatmári Szilvapálinka suchen Sie reife Pflaume, Marzipan und einen leichten Rosinenton, bei gereiften Bränden auch Gewürz und Holz. Ein Beispiel dafür ist der Panyolai Elixir aus Panyola, ein Dorf im Szatmár-Land, nach Angaben des Händlers eine gereifte Szatmár-Pflaumenpálinka.
Aus dem Körös-Land kommen die Brände von Ágyas Pálinkás in Békés, deren Pflaumenpálinka unter der Herkunftsbezeichnung Békési Szilvapálinka läuft und nach Angaben des Betriebs das Zeichen „Kiváló Magyar Élelmiszer“ trägt.
Ein erster, kleiner Schluck zeigt die Textur: Ist der Brand weich, ölig oder scharf? Dann folgt die Frage, wie lange der Geschmack nachklingt. Ein guter Pflaumenbrand klingt nach reifer Frucht, der Apfel nach frischem Obst, die Sauerkirsche nach Zitrus und einem Hauch Mandel.
Ein Schluck Wasser dazwischen macht den Gaumen frei, und das Glas darf nach der Verkostung noch einen Moment am Tisch stehen, damit sich die Düfte öffnen.