
Sorte und Parzelle
Rumstil
Im Zentrum und Süden Martiniques zählen drei Stile. Der Rhum blanc bleibt ungereift und schmeckt am deutlichsten nach Rohr. Der élevé sous bois liegt mindestens zwölf Monate im Holz, der vieux mindestens drei Jahre. Die Farbe verrät die Reife: glasklar, goldgelb bis bernsteinfarben, schließlich bernstein bis mahagoni.
Alle drei Stile beruhen auf frischem Zuckerrohrsaft aus der Säule. Der Unterschied zum Rhum de sucrerie der Atlantikküste, der aus Sirup und Melasse entsteht, ist im Glas leicht zu erkennen: Hier dominiert das Rohr, dort der gekochte Zucker.
Stärker als der Rohstoff trennt die Häuser ihre Haltung. Clément gehört zur GBH und arbeitet im größeren Maßstab, La Favorite ist ein unabhängiges Familienhaus mit Dampfmaschine, La Mauny und Trois-Rivières stehen unter dem Dach der Gruppe BBS. Die Distillerie Simon brennt für Clément und für HSE, und trotzdem sind es zwei Marken.
Süße kommt aus dem Rohr, nicht aus dem Zuckerstreuer. Üblich ist ein ungesüßter Rum, und die AOC hält die sogenannte Obscuration, also Färbung und Zusätze, unter 2 % vol. Ein Rhum agricole schmeckt deshalb trocken, selbst wenn er nach Zuckerrohr duftet.
Verbreitet ist die Lust an Namen: Rohrsorte wie bei Canne Bleue, Parzelle wie bei Plaisance, Jahrgang wie beim Millésime. Das öffnet dem Rhum agricole eine Tür, die man sonst vom Wein kennt. Ein Rum soll nach seinem Ursprung schmecken und nach dem Jahr, in dem das Rohr wuchs.
Rhum agricole blanc (Zentrum und Süden)Zuckerrohrsaft · Kolonne
- Alkohol
- 40–55 % vol
- Reife im Fass
- 0 Jahre
Frisch geschnittenes Rohr, grüne Töne, Pfeffer; ungereift und klar, oft sortenrein.