
Tulpe und Temperatur
Verkosten
Pinot-Sekt aus Baden duftet nach reifem Apfel, Birne und frisch gebackenem Brot. Beim Spätburgunder kommen oft rote Beeren dazu, beim Weißburgunder eher helle, grüne Früchte. Nach längerem Hefelager treten Nuss und Hefegebäck in den Vordergrund, die Perlen werden feiner und der Sekt wirkt cremiger.
Drei Adressen eignen sich zum Vergleichen. Der Brut von Geldermann zeigt, wie Sekt nach Champagner-Vorbild in Breisach schmeckt. Der Sekt Schloss Munzingen vom Badischen Winzerkeller steht für Genossenschaftssekt aus Baden. Das Weingut Wasenhaus beweist mit seinem Burgunder-Sekt Brut Nature, wie badischer Sekt ganz ohne Dosage klingt.
Die flache Schale, die aus älterer Zeit überliefert ist, lässt Perlen und Aromen schnell verfliegen. Besser ist ein Tulpenglas oder ein schlankes Weißweinglas. Es bündelt den Duft und gibt den Perlen Raum zum Aufsteigen. Wer nur zu einem Drittel einschenkt, kann das Aroma erst richtig einatmen.
Sekt aus Flaschengärung schmeckt bei 8 bis 10 Grad am besten, einfacher Tanksekt darf etwas kälter sein. Ist er zu kalt, bleiben die feinen Aromen stumm, ist er zu warm, wirkt er breit und die Kohlensäure schäumt schnell weg. Eine Viertelstunde im Eiskübel oder Kühlschrank reicht meist aus.
Beim Öffnen gilt: Folie ab, Drahtkorb lockern, aber nicht abnehmen, und eine Hand fest auf den Korken legen. Dann dreht man langsam die Flasche, nicht den Korken. Es soll leise zischen, nicht knallen. So bleibt die Kohlensäure im Sekt und nicht auf dem Fußboden.