
Glas und Geschmack
Verkosten
Wie schmeckt ein Reimser Champagner? Typisch sind feine Perlen, Zitrus und Apfel am Anfang, Brioche und geröstete Nüsse im Nachhall, dazu eine kreidige Frische. Die Stile der Häuser unterscheiden sich spürbar, und genau das macht die Gegenüberstellung reizvoll. Zwei Häuser im selben Gebiet mit denselben drei Sorten zeigen zwei Handschriften, die man im Glas schnell auseinanderhält.
Ruinart steht für Chardonnay. Das Haus bringt seit dem Jahrgang 1959 einen Blanc de Blancs unter dem Namen Dom Ruinart heraus. Louis Roederer hat 1876 für Zar Alexander II. einen Wein abgefüllt, der als Cristal erste Prestige-Cuvée der Champagne wurde und seit 1945 frei verkäuflich ist.
Veuve Clicquot ist an der gelben Etikette zu erkennen, die seit 1876/77 so aussieht,, das Haus gehört seit 1986/87 zu LVMH. Krug stellt seit dem Jahrgang 1995 einen Wein aus dem nur 0,68 Hektar großen Clos d’Ambonnay her. Das sind Beispiele zum Vergleichen, keine Empfehlungen.
Das Glas: Die flache Schale lässt Perlen und Aromen rasch entweichen. Ein Tulpenglas mit leicht eingezogenem Rand hält beides besser fest und lässt die Perlen länger aufsteigen. Ein sehr kaltes Glas dämpft den Geschmack, besser sind etwa 8 bis 10 Grad.
Beim Öffnen ruht die Flasche leicht schräg. Man hält den Korken fest, dreht die Flasche, nicht den Korken, und lässt ihn mit einem leisen Seufzer aus dem Hals gleiten. Sechs bar sind keine Kleinigkeit, deshalb zeigt der Flaschenhals nie auf Gesichter.