
Quitte und Kreide
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Chenin als Schaumwein duftet nach Quitte, grünem Apfel, Kamille und Zitrone, dazu kommt Hefebrot und etwas Kreidiges. Am Gaumen bleibt er straff, mit Säure als Rückgrat, und endet oft mit einem Hauch Honig. Wer Champagner mit Pinot noir kennt, erlebt hier eine ganz andere Frucht.
Marc Brédif füllt aus Vouvray einen Brut ab, ein klassisches Beispiel für den Mousseux der Appellation. Aus Montlouis gibt es den Pétillant Originel von La Grange Tiphaine unter dem Namen Nouveau Nez und einen von Le Rocher des Violettes. Beide Weine zeigen, wie weich und trocken ein Wein ohne Dosage schmecken kann.
Der Mousseux perlt fein und anhaltend, der Pétillant lockerer und kürzer. Welches Glas passt? Ein Tulpenglas, bauchig unten und oben leicht verjüngt, lässt Aroma und Perlen zusammenkommen. Die flache Schale lässt beides schnell entweichen, deshalb nimmt man sie heute kaum noch. Auch ein normales Weißweinglas ist beim Pét-Nat gut, weil die Perlen weicher sind.
Serviert wird gut gekühlt, bei etwa 7 bis 9 Grad. Zu kalt unterdrückt das Aroma, zu warm lässt den Schaum aufbrausen. Aus dem Kühlschrank genommen, sollte die Flasche vor dem Öffnen zehn Minuten ruhen, damit sich der Druck beruhigt.
Das Öffnen verlangt Ruhe. Bei Mousseux liegt der Druck bei bis zu 6 bar: Daumen auf den Korken, Flasche schräg halten, den Korken sachte herausdrehen statt herausziehen. Ein Pét-Nat mit Hefe kann sich beim Öffnen stärker bewegen. Dann lieber langsam und ein Gefäß bereithalten.
Wer vergleicht, probiert zuerst den trockenen Pét-Nat, dann den Mousseux und zuletzt einen Demi-sec. Andernfalls wirkt der süßere Wein zu dominant, und der trockene erscheint danach schärfer, als er ist.