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Verkosten in der Region Corpinnat & Clàssic Penedès

Reif und trocken

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Wie schmeckt ein Corpinnat? Meist wie ein trockener, straffer Schaumwein mit Zitrus und gelbem Obst, dazu Brioche, Mandel und Haselnuss vom langen Hefelager. Xarel·lo gibt eine salzige, fast kräuterige Note, die den Wein fest und lang wirken lässt. Mit den Jahren kommen reife Noten dazu, getrocknete Aprikose, Honig und ein Hauch von Karamell, ohne dass die Frische verschwindet.

Drei Beispiele zeigen die Bandbreite. Der Turó d'en Mota von Recaredo stammt aus einer 1940 gepflanzten Xarel·lo-Parzelle und lag nach Angaben des Hauses mehr als 100 Monate auf der Hefe. Gramona bietet mit dem III Lustros einen Brut Nature, und Sabaté i Coca füllt eine Reserva Familiar. Jeder dieser Weine zeigt, wie unterschiedlich Zeit und Lage wirken. Gemeinsam haben sie die trockene Anlage, die Salzigkeit und die lange Hefereife.

Zu kalt serviert, bleibt vieles verborgen. Acht bis zehn Grad lassen Brioche und Frucht sprechen, bei vier Grad verschwindet ein großer Teil der Aromen. Wer eine Flasche für den Tisch vorbereitet, stellt sie deshalb einige Stunden in den Kühlschrank und nicht ins Eisfach.

Das Glas darf eine Tulpe sein oder ein weißes Weinglas mit etwas Bauch. Die flache Schale lässt Perlen und Duft zu schnell verfliegen, in der Tulpe sammeln sie sich über dem Wein. Ein Wein mit solchem Alter gewinnt zudem, wenn er ein wenig Luft bekommt und sich im Glas öffnet.

Beim Öffnen hilft Ruhe. Den Käfig lösen, die Flasche schräg halten, den Korken festhalten und die Flasche langsam drehen, nicht den Korken. Ein leises Zischen statt eines Knalls bewahrt Druck, Aroma und Perlage. Gerade ein Wein mit langem Hefelager verdient einen ruhigen Auftritt.

Dazu im Lexikon

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