Gustofolio
WissensweltManufakturen
ErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilen
Roadmap
WissensweltManufakturenErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilenBeta-RoadmapKonto erstellen
AnmeldenKonto erstellen
GetränkelexikonLexikonWissensreiseReisenThemenweltenThemenAlle ArtikelArtikelCocktailrezepteCocktails
  1. Alle Reisen
  2. ›
  3. Schaumwein-Reise
  4. ›
  5. Champagner
  6. ›
  7. Kapitel 2 von 9
Winzerchampagner: Was RM, NM und CM auf dem Etikett bedeuten

Kürzel auf dem Etikett

Winzerchampagner: Was RM, NM und CM auf dem Etikett bedeuten

Winzerchampagner ist Champagner, den ein Winzer aus eigenen Trauben selbst herstellt; auf dem Etikett steht dann das Kürzel RM für récoltant-manipulant. NM steht für ein Handelshaus, CM für eine Genossenschaft. Die zwei Buchstaben vor einer Nummer im Kleingedruckten verraten, wer den Wein tatsächlich gemacht hat.

Wo stehen RM, NM und CM auf dem Champagner-Etikett?

Wer eine Champagnerflasche dreht, findet meist am unteren Rand des Etiketts eine unscheinbare Zeile. Dort stehen zwei Buchstaben und eine Nummer, die Matrikel, also die Registriernummer des Betriebs. Die Buchstaben ordnen den Erzeuger einer Berufsgruppe zu. So lässt sich auch bei einem unbekannten Namen erkennen, ob ein großes Haus, ein einzelner Winzer oder eine Genossenschaft hinter der Flasche steht.

Der Hintergrund ist die besondere Struktur der Region. Rund 16.200 Winzer bewirtschaften etwa 90 Prozent der Weinberge, doch die meisten verkaufen ihre Trauben an Häuser oder liefern sie an eine der etwa 130 Genossenschaften. Nur ein Teil von ihnen keltert, vergärt und vermarktet selbst. Genau diesen Unterschied macht das Kürzel sichtbar.

RM, NM, CM: die drei wichtigsten Kürzel

RM bedeutet récoltant-manipulant, wörtlich Erntender und Verarbeitender. Ein solcher Winzer liest seine eigenen Trauben, presst sie, macht daraus Grundwein und lässt ihn in der Flasche zum zweiten Mal gären. Im Handel heißt das Ergebnis Winzerchampagner oder, aus dem Englischen übernommen, Grower Champagne. Viele dieser Betriebe besitzen nur wenige Hektar in einer oder zwei Gemeinden.

NM steht für négociant-manipulant, den Händler, der selbst verarbeitet. Das sind die Champagnerhäuser, die Trauben, Most oder Wein zukaufen und daraus eigene Cuvées bereiten. Alle großen Marken tragen dieses Kürzel, aber auch viele kleinere Häuser. CM bedeutet coopérative de manipulation: Eine Genossenschaft verarbeitet die Trauben ihrer Mitglieder und verkauft den Champagner unter einer gemeinsamen Marke.

RC, SR, ND und MA: die seltenen Kürzel

Seltener begegnen einem vier weitere Abkürzungen. RC, récoltant-coopérateur, kennzeichnet einen Winzer, der seine Trauben in der Genossenschaft verarbeiten lässt und den fertigen Champagner zurücknimmt, um ihn unter eigenem Namen zu verkaufen. Das Etikett zeigt dann einen Winzernamen, der Wein stammt aber aus einer gemeinsamen Kellerei. SR, société de récoltants, steht für einen Zusammenschluss von Winzern, oft aus einer Familie, die gemeinsam erzeugen.

ND heißt négociant-distributeur. Ein solcher Händler kauft fertige Flaschen und versieht sie mit seinem Etikett, ohne selbst etwas am Wein zu tun. MA schließlich steht für marque auxiliaire, eine Zweit- oder Händlermarke. Supermarkt- und Restaurantmarken tragen oft dieses Kürzel. Wer den Hersteller dahinter sucht, findet ihn nicht im Markennamen, sondern verschlüsselt in der Registriernummer.

Ist Winzerchampagner besser als der Champagner der Häuser?

Nicht automatisch. Ein Haus mischt Trauben aus vielen Dörfern und kann Schwächen eines Jahrgangs ausgleichen, das ist eine eigene Qualität. Ein Winzer arbeitet dagegen mit dem, was in seinen Weinbergen wächst. Sein Champagner schmeckt deshalb oft stärker nach einem Ort, nach Kreideboden in der Côte des Blancs oder nach Pinot Noir aus der Montagne de Reims. Für Neugierige ist das spannend, weil man Dörfer miteinander vergleichen kann.

Zur Vorsicht rät ein Blick auf die Kürzel RC und MA: Ein Winzername auf dem Etikett heißt nicht zwingend, dass der Winzer auch im Keller stand. Das deutsche Gegenstück, der Winzersekt, ist anders geregelt. Er muss aus eigenen Trauben und eigenem Grundwein stammen, traditionell in der Flasche vergoren sein und Rebsorte sowie Jahrgang nennen. Das Versekten selbst darf dabei ein Dienstleister übernehmen.

Wer gezielt Winzerchampagner sucht, achtet auf zwei Dinge. Erstens auf RM vor der Nummer, zweitens auf den Ort in der Adresszeile. Steht dort ein Dorf an der Côte des Blancs, ist viel Chardonnay wahrscheinlich, an der Montagne de Reims eher Pinot Noir, an der Marne oft Meunier. Viele Winzer nennen außerdem die Rebsorte, das Jahr der Grundweine oder das Datum des Degorgierens, also des Entfernens der Hefe. Solche Angaben sind freiwillig, aber sie helfen beim Vergleichen.

Kurz unterschieden

RM
Récoltant-manipulant: Der Winzer erzeugt den Champagner aus eigenen Trauben selbst, vom Weinberg bis zur fertigen Flasche.
NM
Négociant-manipulant: Ein Haus kauft Trauben, Most oder Wein zu und bereitet daraus eigene Cuvées, so arbeiten alle großen Marken.
CM
Coopérative de manipulation: Eine Genossenschaft verarbeitet die Trauben ihrer Mitglieder und verkauft unter gemeinsamer Marke.
Winzersekt
Deutscher Sekt b.A. aus eigenen Trauben und eigenem Grundwein, traditionell flaschenvergoren, mit Rebsorte und Jahrgang auf dem Etikett.

Dazu im Lexikon

Weinetikett lesenChampagner im LexikonWas Flaschengärung bedeutet
ZurückDie großen Champagnerhäuser: Geschichte und EigentümerWeiterGrand Cru und Premier Cru in der Champagne

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft