
Metodo classico
Franciacorta, Trentodoc, Alta Langa: Italiens Flaschengärer
Franciacorta, Trentodoc und Alta Langa sind italienische Schaumweine mit geschützter Herkunft, die wie Champagner ausschließlich in der Flasche gären. Mit Prosecco teilen sie kaum mehr als das Land: andere Trauben, keine Tankgärung und mindestens 15 bis 30 Monate auf der Hefe.
Metodo classico: Was verbindet Italiens Flaschengärer?
Italien ist für Prosecco und Asti berühmt, beides Weine aus dem Drucktank. Daneben gibt es eine zweite Schaumweinkultur, die nach der traditionellen Methode arbeitet. In Italien heißt sie metodo classico: zweite Gärung in der Flasche, langes Hefelager, Degorgieren. Die Rebsorten ähneln denen der Champagne, vor allem Chardonnay und Pinot nero, also Spätburgunder.
Der Unterschied zum Prosecco betrifft damit Rebsorte, Verfahren und Zeit. Glera duftet nach Birne und soll frisch ins Glas, Chardonnay und Pinot nero bauen über Jahre auf der Hefe Aromen von Brioche, Nuss und Röstbrot auf. Auf italienischen Etiketten steht dafür oft Metodo Classico, in Deutschland heißt dasselbe Verfahren klassische oder traditionelle Flaschengärung. Die Bezeichnung méthode champenoise ist außerhalb der Champagne verboten.
Franciacorta: Schaumwein vom Iseosee
Die Franciacorta liegt in der Lombardei, in der Provinz Brescia südlich des Iseosees. DOC wurde sie 1967, DOCG 1995, und seither steht der Name nur für Schaumwein. Zugelassen sind Chardonnay, Pinot nero, Pinot bianco bis 50 Prozent und seit 2017 bis zu 10 Prozent der alten einheimischen Sorte Erbamat. Die Anfänge des Gebiets erzählt die Weinreise im Kapitel Lombardei.
Die Mindestzeiten auf der Hefe liegen über denen der Champagne: 18 Monate ohne Jahrgang, 30 Monate für Millesimato, also Jahrgangswein, und 60 Monate für Riserva. Eine Spezialität ist der Satèn. Er entsteht nur aus weißen Trauben, hat weniger Druck, unter 5 Atmosphären statt um 6, und wird nur als Brut angeboten. Dadurch perlt er cremiger und weicher. Der Franciacorta Rosé braucht mindestens 35 Prozent Pinot nero.
Trentodoc und Alta Langa: Schaumwein aus Bergen und Hügeln
Im Trentino gilt Trento DOC, vermarktet als Trentodoc, als erste italienische DOC, die 1993 nur für flaschenvergorenen Schaumwein geschaffen wurde. Die Weinberge liegen in Tälern und an Hängen der Alpen, kühle Nächte erhalten die Säure. Zugelassen sind Chardonnay, Pinot nero, Pinot bianco und Meunier. Pflicht sind mindestens 15 Monate auf der Hefe, 24 für Jahrgänge und 36 für Riserva. Das Haus Ferrari, 1902 von Giulio Ferrari gegründet und seit 1952 im Besitz der Familie Lunelli, steht laut Fachpresse für etwa die Hälfte der Menge.
Alta Langa im Piemont, in den Hügeln südlich von Alba und Asti, ist noch strenger. Erlaubt sind nur Pinot nero und Chardonnay, jeder Wein trägt einen Jahrgang, und das Hefelager dauert mindestens 30 Monate. In der Provinz Pavia gibt es außerdem den Oltrepò Pavese Metodo Classico mit mindestens 70 Prozent Pinot nero und 15 beziehungsweise 24 Monaten auf der Hefe, je nachdem, ob ein Jahrgang angegeben ist.
Wie unterscheiden sich Franciacorta, Trentodoc und Champagner?
Im Stil liegen die drei nah beieinander, die Herkunft prägt die Feinheiten. Franciacorta reift in einem milderen, vom See beeinflussten Klima und wirkt oft runder, mit reiferer Frucht. Trentodoc aus höheren Lagen zeigt meist mehr Spannung und eine kühle, straffe Säure. Champagner verbindet sein kühles Klima mit Kreideböden und großen Vorräten an Reserveweinen, die den Hausstil über die Jahre gleich halten.
Mengenmäßig sind die italienischen Flaschengärer klein. Prosecco DOC allein verkaufte 2025 rund 667 Millionen Flaschen, die Franciacorta bewirtschaftet nach älteren Angaben etwa 2.200 Hektar. Für den Einkauf heißt das: Der Hinweis Metodo Classico und die Herkunft trennen einen italienischen Flaschengärer zuverlässig vom Prosecco, die Hefelagerzeit verrät, wie viel Reife im Wein steckt.