
Reife Frucht, Brioche
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Ein Schaumwein aus Carneros duftet meist nach reifem Apfel, Birne und Zitrus, dazu kommt Brioche von der Hefe. Die Kühle der Region hält die Säure straff, doch die Sonne Kaliforniens macht die Frucht oft runder und reifer als in der Champagne. Das macht den Stil zugänglich, auch für alle, die zum ersten Mal einen Schaumwein nach Champagnerart probieren. Im Mund wirkt die Perlage meist fein und cremig, und der Nachhall bleibt von Zitrus geprägt.
Vier Häuser eignen sich als Beispiel. Die Domaine Carneros zeigt in ihrem Brut den Zusammenklang von Chardonnay und Pinot Noir, im Le Rêve Blanc de Blancs reine Chardonnay-Frische. Schramsbergs Blanc de Blancs steht für den Typ, der 1972 in Peking eingeschenkt wurde. Mumm Napa und Domaine Chandon stehen für Schaumwein von Häusern mit Champagner-Wurzeln. Wer mehrere nebeneinander probiert, merkt schnell den Unterschied zwischen dem schlanken Blanc de Blancs und einer volleren Cuvée mit Pinot Noir.
Als Glas ist eine Tulpe besser als die flache Schale. Sie bündelt die Aromen am oberen Rand, und die Perlen steigen länger auf, weil die Oberfläche kleiner ist. Ein Weißweinglas mit schlanker Form tut es zur Not auch.
Gekühlt wird auf etwa 6 bis 9 Grad, im Kühlschrank oder eine halbe Stunde in einem Kübel mit kaltem Wasser. Zu kalt unterdrückt die Aromen, zu warm lässt den Schaum wild aufsteigen. Im Glas darf der Wein langsam wärmer werden, denn Birne, Brioche und Nuss zeigen sich oft erst nach einigen Minuten.
Beim Öffnen hält man den Korken fest, löst den Drahtkorb und dreht nicht den Korken, sondern die Flasche. So entweicht der Druck mit einem leisen Seufzer statt mit einem Knall, und kein Tropfen geht verloren. Die Flasche steht dabei schräg und zeigt von allen Menschen weg.