Wein verschenken & mitbringen

Schenken mit Bedacht

Wein verschenken & mitbringen

Eine Flasche Wein ist eines der ältesten Geschenke überhaupt, und trotzdem lässt sich dabei einiges falsch machen. Die richtige Wahl hängt weniger vom Preis ab als vom Anlass und von dem, was der Beschenkte tatsächlich mag.

Was eine gute Geschenkflasche ausmacht

Die teuerste Flasche im Laden ist selten die beste Wahl, wenn niemand weiß, ob der Beschenkte überhaupt kräftigen Rotwein mag. Sicherer sind vielseitige, unaufdringliche Weine, die zu vielen Anlässen passen, etwa ein solider Riesling oder ein zugänglicher, mittelkräftiger Rotwein, statt eines sehr speziellen, polarisierenden Stils.

Wer etwas über die Vorlieben des Beschenkten weiß, darf ruhig gezielter wählen. Ein Wein aus dem Land des letzten gemeinsamen Urlaubs, eine Flasche aus dem Geburtsjahr oder ein Tropfen aus einer erwähnten Region eignen sich dafür gut. Solche kleinen Bezüge wiegen oft mehr als ein hoher Preis.

Zustand der Flasche prüfen

Flaschen, die lange in einem hell beleuchteten Schaufenster oder direkt neben der Kasse standen, haben oft unter Licht und Wärme gelitten, selbst wenn das Etikett makellos aussieht. Ein leicht ausgetretener Wein am oberen Rand des Korkens ist ein Warnzeichen. Dasselbe gilt für eine sehr niedrige Füllhöhe, die sich schon vor dem Kauf erkennen lässt.

Wer eine Flasche als bewusst langlebiges Geschenk auswählt, etwa für eine Feier in einigen Jahren, sollte dem Beschenkten kurz mitgeben, wie sie am besten bis dahin liegt. Kühl, dunkel und liegend soll es sein. So bleibt der Korken feucht und trocknet nicht vorzeitig aus.

Als Gast eine Flasche mitbringen

Wer zu einem Abendessen eingeladen ist und eine Flasche mitbringt, schenkt sie in der Regel dem Gastgeber. Niemand erwartet dabei, dass sie noch am selben Abend geöffnet wird. Gastgeber haben ihr Menü meist schon mit einem eigenen Wein geplant, und eine mitgebrachte Flasche darf durchaus für einen späteren Anlass beiseitegelegt werden.

Wer möchte, dass die mitgebrachte Flasche direkt getrunken wird, sagt das am besten kurz und unaufdringlich beim Übergeben. Ein Hinweis, dass sie gut zum geplanten Essen passen könnte, reicht meist schon. So bleibt die Entscheidung beim Gastgeber, ohne dass ein unausgesprochener Erwartungsdruck im Raum steht.

Verpackung und der letzte Handgriff

Eine Flasche steckt selten gut in normalem Geschenkpapier, weil die Form beim Einschlagen fast immer Falten wirft. Ein einfacher Weinbeutel aus Stoff oder festem Papier wirkt aufgeräumter und lässt sich zudem später weiterverwenden, was bei reinem Papier kaum möglich ist.

Der letzte, oft vergessene Handgriff ist das Etikett selbst. Wer eine besondere Flasche schenkt, klebt am besten keinen Aufkleber oder ein Preisschild versehentlich darüber. Das Etikett bleibt sichtbar, damit der Beschenkte später nachschauen kann, was er da eigentlich getrunken hat.

Wein als Geschenk zu besonderen Anlässen

Zu einer Hochzeit oder einem runden Geburtstag darf eine Flasche ruhig etwas mehr kosten. Ein persönlicher Bezug wirkt zusätzlich, etwa derselbe Jahrgang wie das Geburtsjahr oder das Hochzeitsdatum. Ein kurzer, handgeschriebener Hinweis auf diesen Bezug macht aus einer gewöhnlichen Flasche ein Geschenk, an das man sich später noch erinnert.

Bei geschäftlichen Anlässen ist Zurückhaltung dagegen oft die bessere Wahl. Ein solider, unauffälliger Wein wirkt besser als eine sehr teure oder sehr ausgefallene Flasche, die falsch verstanden werden könnte. Regionale Weine aus der Gegend des Unternehmens kommen dabei meist gut an, weil sie einen Bezug zeigen, ohne aufdringlich zu wirken.

Wein für jemanden, der noch keinen mag

Nicht jeder Beschenkte trinkt regelmäßig Wein, und in solchen Fällen wirkt eine sehr spezielle, seltene Flasche eher verloren als beeindruckend. Ein zugänglicher, unkomplizierter Wein mit klarer, fruchtiger Frucht eignet sich hier besser als ein komplexer, gereifter Tropfen, der Erfahrung zum vollen Genuss braucht.

Wer ganz sichergehen will, kombiniert die Flasche mit etwas Passendem zum Essen, etwa einem kleinen Käse oder Schokolade, die zum vorgeschlagenen Wein passen. So wird aus einer einzelnen Flasche ein kleines, durchdachtes Paket, das auch bei jemandem ankommt, der sich mit Wein bisher wenig beschäftigt hat. Solche Kombinationen zeigen zudem, dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat.

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