Gustofolio
WissensweltManufakturen
ErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilen
Roadmap
WissensweltManufakturenErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilenBeta-RoadmapKonto erstellen
AnmeldenKonto erstellen
GetränkelexikonLexikonWissensreiseReisenThemenweltenThemenAlle ArtikelArtikelCocktailrezepteCocktails
  1. Alle Reisen
  2. ›
  3. Brand-Reise
  4. ›
  5. Tresterbrand: Grappa, Marc, Orujo & Tsipouro
  6. ›
  7. Kapitel 5 von 10
Marc de Bourgogne, Marc de Champagne, Marc d'Alsace: Tresterbrand aus Frankreich

Frankreichs Tresterbrand

Marc de Bourgogne, Marc de Champagne, Marc d'Alsace: Tresterbrand aus Frankreich

Marc ist der französische Name für Tresterbrand: gebrannt aus dem Trester nach dem Keltern, nicht aus Wein. Bekannt sind Marc de Bourgogne, Marc de Champagne und Marc d'Alsace Gewurztraminer. Eine Fine ist dagegen ein Brand aus Wein, also ein Weindestillat; beide Wörter stehen oft nebeneinander.

Was ist Marc? Das französische Wort für Trester

In Frankreich bezeichnet „marc“, gesprochen etwa wie „mar“, zunächst den Trester selbst. Daraus gebrannt wird die „eau-de-vie de marc“, der Tresterbrand, im Alltag kurz Marc. Rechtlich ist er dasselbe wie Grappa: ein Brand der EU-Kategorie 6, mindestens 37,5 % vol, erste Destillation mit dem Trester im Gerät. Den Namen Grappa darf er nicht tragen, dafür hat Frankreich ein ganzes Netz eigener geschützter Marcs.

Im EU-Register stehen zehn französische Tresterbrände mit geografischer Angabe: Marc de Bourgogne, Marc champenois, Marc d'Alsace Gewurztraminer, Marc d'Auvergne, Marc de Provence, Marc de Savoie, Marc des Côtes-du-Rhône, Marc du Bugey, Marc du Jura und Marc du Languedoc. Fast jede große Weinregion brennt also ihren eigenen Trester, und jeder Marc schmeckt nach den Sorten seiner Gegend.

Marc de Bourgogne: Trester aus Pinot noir und Chardonnay

Der bekannteste Marc kommt aus Burgund. Dort bleibt nach dem Keltern viel Trester von Pinot noir und Chardonnay zurück, und in vielen Weingütern wird er seit Generationen gebrannt. Nach dem Lastenheft muss Marc de Bourgogne mindestens zwei Jahre in Holz reifen und kommt mit mindestens 40 % vol in den Handel. Deshalb ist er, anders als eine junge Grappa, in der Regel goldgelb bis bernsteinfarben.

Im Glas zeigt ein gereifter Marc de Bourgogne oft eine Mischung aus Traubenschale, Unterholz, getrockneten Früchten und Holzwürze. Er ist kerniger als ein Weinbrand gleichen Alters. In Burgund steht er traditionell nach einem langen Essen auf dem Tisch und dient in der Küche auch zum Verfeinern von Käse; der Époisses, ein Rotschmierkäse aus Burgund, wird während der Reifung mit Marc gewaschen.

Marc de Champagne und Marc d'Alsace Gewurztraminer

In der Champagne entsteht beim Pressen der Trauben für Schaumwein Trester aus Chardonnay, Pinot noir und Pinot Meunier. Daraus wird Marc champenois gebrannt, auf Etiketten oft „Marc de Champagne“. Er wirkt meist feiner und schlanker als der burgundische Marc, weil die Trauben dort früh und mit viel Säure gelesen werden.

Im Elsass hat ein Marc sogar die Rebsorte im geschützten Namen: Marc d'Alsace Gewurztraminer. Der Trester dieser stark duftenden Sorte liefert einen Brand mit deutlichen Noten von Rosen und Litschi. Hier gilt ähnlich wie bei aromatischer Grappa: Der Duft der Rebsorte steht im Vordergrund, viel Holz würde ihn überdecken.

Marc oder Fine? Der Unterschied auf dem Etikett

Auf Weinkarten in Burgund stehen oft zwei Brände nebeneinander: Marc de Bourgogne und Fine de Bourgogne. Der Unterschied liegt im Rohstoff. Marc entsteht aus Trester. Eine Fine ist eine „eau-de-vie de vin“, ein Brand aus Wein, also ein Branntwein der EU-Kategorie 4. Neben der Fine de Bourgogne sind auch Fine Bordeaux und die Fine champenoise aus der Marne als geografische Angaben geschützt.

Eine Fine schmeckt deshalb näher am Weinbrand: weicher, fruchtiger, weniger herb. Ein Marc zeigt mehr Schale und Kern. Verwirrend wird es beim Cognac, denn „Fine Champagne“ hat mit beiden nichts zu tun. Gemeint ist ein Cognac-Verschnitt aus den Lagen Grande und Petite Champagne mit mindestens 50 % Grande Champagne, kein Brand aus der Champagne.

Und wie verhält sich Marc zu Grappa? Beide gehören in dieselbe Kategorie, beide entstehen aus vergorenem Trester, und keiner darf den Namen des anderen tragen. Der Unterschied liegt im Stil. Grappa kommt häufig jung und farblos auf den Tisch, viele französische Marcs reifen dagegen im Fass, der burgundische sogar vorgeschrieben. Wer einen jungen Gewürztraminer-Marc neben eine junge Traminer-Grappa stellt, findet dagegen zwei sehr ähnliche Brände.

Kurz unterschieden

Marc
Französischer Tresterbrand, EU-Kategorie 6; zehn regionale Marcs sind als geografische Angabe geschützt.
Fine
Französischer Brand aus Wein, kein Trester: etwa Fine de Bourgogne oder Fine Bordeaux, EU-Kategorie 4.
Fine Champagne
Cognac aus Grande und Petite Champagne, mindestens 50 % Grande Champagne; weder Marc noch Brand aus der Champagne.

Dazu im Lexikon

Cognac und Armagnac: Frankreichs Brände aus WeinGrappa: der italienische Verwandte des MarcWas nach dem Essen passt: Wein und Brand zum Dessert
ZurückGrappa giovane, invecchiata, riserva, monovitigno: die SortenWeiterOrujo und Bagaceira: Tresterbrand aus Spanien und Portugal

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft