Die kurze Antwort
Eine Tasting-App ist ein Notizbuch für alles, was du probierst: Sterne oder Punkte, Aromen, ein paar Worte zum Eindruck und zum Essen. Gut ist sie, wenn sie aus deinen Notizen deinen Geschmack ableitet und dir später zeigt, was dir wirklich gefallen hat. Manche Tasting-Apps helfen zusätzlich, Tastings in deiner Nähe zu finden oder selbst eins auszurichten.

Was eine Tasting-App festhält
Eine Verkostungsnotiz hat einen Kern und ein paar Zusätze. Der Kern ist dein Urteil, als Sterne oder Punkte. Dazu kommen die Aromen, die du gerochen und geschmeckt hast, und ein Satz zu deinem Eindruck.
Die Zusätze machen die Notiz später wertvoll: wozu du getrunken hast, bei welcher Temperatur, zu welchem Anlass und ob du die Flasche wieder kaufen würdest. In einem Jahr erinnerst du dich an den Abend, nicht an die Zahl. Eine gute Tasting-App fragt diese Dinge ab, ohne dass du lange tippen musst.
Sterne, Punkte oder Worte: welches Schema passt
Fünf Sterne sind schnell vergeben und reichen für die meisten Notizen. Wer feiner unterscheiden will, nimmt eine Punkteskala bis 100, wie sie viele Weinkritiker nutzen. Dort liegen die meisten ordentlichen Weine zwischen 80 und 90 Punkten, und der Unterschied zwischen 86 und 88 ist für dich nur sinnvoll, wenn du immer gleich streng bewertest.
Wichtiger als das Schema sind die Worte daneben. Eine Zahl sagt, wie gut etwas war, die Worte sagen, warum. Genau das braucht eine App, um dir später Passendes vorzuschlagen.

Aromen beschreiben, ohne Fachsprache
Niemand muss beim ersten Schluck Johannisbeerblatt von Stachelbeere unterscheiden. Fang mit den großen Familien an: Frucht, Blüten, Kräuter, Würze, Holz, Röstung, Rauch. Erst danach wird es genauer, etwa von „Frucht“ zu „Zitrus“ und dann zu „Grapefruit“.
Beschränk dich auf wenige Aromen je Notiz. Drei treffende Begriffe helfen dir später mehr als zwölf geratene. Notier außerdem, was dir nicht gefallen hat; auch das verrät viel über deinen Geschmack.
Tasting Notes für Wein, Bier, Whisky und Gin
Jedes Getränk hat seine eigenen Stellschrauben. Beim Wein sind es Säure, Süße, Gerbstoff und Körper. Beim Bier zählen Bittere, Malz, Kohlensäure und die Noten der Hefe. Beim Whisky achtest du auf Fass, Rauch und darauf, wie er sich mit ein paar Tropfen Wasser verändert. Einen Gin probierst du erst pur und dann mit Tonic.
Eine Tasting-App für alle Getränke sollte diese Unterschiede kennen und dir je Getränk die passenden Aromen anbieten. Wer Bier mit Weinbegriffen beschreiben muss, gibt das Notieren bald auf.
Vom Notizbuch zum Geschmacksprofil
Der eigentliche Nutzen einer Tasting-App zeigt sich nach ein paar Wochen. Aus vielen einzelnen Notizen wird sichtbar, was du immer wieder magst: frische Säure, kräftige Röstung, wenig Süße. Eine App, die das erkennt, kann dir Getränke vorschlagen, die du noch nicht kennst und die trotzdem zu dir passen.
Achte darauf, dass die App ihre Vorschläge begründet. Ein Satz wie „weil du Weine mit frischer Säure magst“ ist nachprüfbar. Ein Vorschlag ohne Grund ist meist nur das, was anderen gefällt.
Tastings finden und selbst ausrichten
Viele Tasting-Apps bleiben beim Notizbuch. Spannend wird es, wenn sie dich auch zu anderen bringt: zu Weinproben, Bierverkostungen und Whisky-Tastings in deiner Nähe, oder zu einem Abend, den du selbst ausrichtest und zu dem du deine Freunde einlädst.
Für ein eigenes Tasting brauchst du wenig: vier bis sechs Getränke, eine feste Reihenfolge und für alle dieselben Fragen. Wie das zu Hause gelingt, steht im Ratgeber zur Weinprobe zu Hause.
Checkliste: die beste Tasting-App für dich
Mit diesen Fragen trennst du eine gute Tasting-App von einem hübschen Formular.
- Notierst du eine Verkostung in unter einer Minute?
- Kannst du Sterne oder Punkte wählen?
- Bietet sie je Getränk passende Aromen an?
- Hältst du auch fest, was dir nicht gefallen hat?
- Lernt sie aus deinen Notizen und begründet ihre Vorschläge?
- Kennt sie Wein, Bier, Whisky, Gin und die übrigen Getränke, die du trinkst?
- Zeigt sie Tastings in deiner Nähe oder hilft sie, selbst eins auszurichten?
- Bleiben deine Notizen privat, bis du sie teilst?
So arbeitet Gustofolio als Tasting-App
Gustofolio hält Verkostungen für zehn Getränkearten fest, von Wein und Bier über Whisky und Gin bis zu Sake. Du bewertest mit einem bis fünf Sternen oder mit Punkten bis 100, wählst bis zu sechs Aromen, die dir gefallen haben, und bis zu sechs, die dir nicht gefallen haben, und schreibst eine Notiz dazu. Auch Essen, Anlass, Trinktemperatur und ob du wieder kaufen würdest, haben ihren Platz.
Aus allen Bewertungen entsteht ein einziges Geschmacksprofil. Gustofolio schlägt dir danach Getränke vor und sagt dazu, worauf der Vorschlag beruht. Wenn du eine Flasche als getrunken einträgst und sie noch nicht bewertet hast, erinnert dich die Übersicht daran.
Unter Meet & Taste findest du Tastings in deiner Nähe auf einer Karte, gefiltert nach Getränk, Tag und Umkreis. Du kannst auch selbst ein Treffen anlegen, privat nur für Eingeladene oder öffentlich; öffentliche Tastings werden vor dem Erscheinen geprüft. Deine Notizen bleiben privat, bis du selbst etwas teilst.
Häufige Fragen zur Tasting-App
Diese Fragen tauchen auf, bevor jemand seine Verkostungen digital festhält.
Was ist eine Tasting-App?
Eine App, in der du festhältst, was du probiert hast und wie es dir geschmeckt hat. Gute Tasting-Apps werten deine Notizen aus und zeigen dir mit der Zeit, welche Stile und Aromen du magst.
Für welche Getränke eignet sich eine Tasting-App?
Für alles, was man bewusst probiert: Wein, Bier, Whisky, Gin, Rum, Sake und mehr. Wichtig ist, dass die App je Getränk die passenden Begriffe anbietet.
Sind Tasting Notes auf Papier schlechter?
Nein, Papier ist beim Tasting oft schneller. Der Nachteil zeigt sich später: Hefte lassen sich nicht durchsuchen und lernen nichts. Viele notieren deshalb am Tisch auf Papier und übertragen die Notizen danach in die App.
Kann ich mit einer Tasting-App ein Tasting veranstalten?
Manche Apps können das. In Gustofolio legst du ein Treffen an, lädst Gäste ein und siehst, wer zugesagt hat. Die genaue Adresse sehen nur die, die dabei sind.


