Die kurze Antwort
Für eine Weinprobe zu Hause reichen vier bis sechs Weine, ein Glas pro Gast, Wasser, Brot und eine feste Reihenfolge: leicht vor kräftig, trocken vor süß, jung vor alt. Plane pro Probe einen kleinen Schluck statt eines vollen Glases und gib allen dieselben Fragen zum Notieren. Dasselbe Muster trägt auch ein Bier-, Gin- oder Whisky-Tasting.

Ein Thema für den Abend festlegen
Eine Weinprobe wird interessanter, wenn die Weine etwas verbindet. Du kannst eine Rebsorte aus verschiedenen Ländern probieren, etwa Riesling aus der Pfalz, aus dem Elsass und aus Österreich. Oder eine Region mit verschiedenen Rebsorten. Oder denselben Wein aus mehreren Jahrgängen, was man eine Vertikale nennt.
Beim Bier funktioniert dasselbe mit Stilen, etwa drei Pils und drei IPA, oder mit einer Region. Beim Whisky bieten sich Regionen an oder die Frage, was ein Sherryfass im Vergleich zu einem Bourbonfass verändert.
Wie viele Proben und welche Mengen
Mehr als sechs Proben überfordern die meisten Nasen, vor allem bei kräftigen Getränken. Plane lieber kleine Schlucke und lass Zeit dazwischen. Die Tabelle gibt Richtwerte für eine Probe pro Person.

| Getränk | Proben am Abend | Menge je Probe | So weit reicht eine Flasche |
|---|---|---|---|
| Wein | 4 bis 6 | etwa 5 cl | 0,75 l für rund 15 Proben |
| Bier | 4 bis 6 | etwa 10 cl | 0,33 l für rund 3 Proben |
| Whisky | 3 bis 5 | etwa 2 cl | 0,7 l für rund 35 Proben |
| Gin pur | 3 bis 5 | etwa 2 cl, danach mit Tonic | 0,7 l für rund 35 Proben |
Die richtige Reihenfolge
Die Reihenfolge entscheidet, ob die letzte Probe noch eine Chance hat. Beim Wein beginnst du mit Schaumwein, gehst über leichte zu kräftigen Weißweinen, dann Rosé, dann von leichten zu kräftigen Rotweinen. Süße Weine kommen zum Schluss, weil Süße alles danach sauer und dünn wirken lässt.
Beim Bier gilt: hell und leicht vor dunkel und stark, wenig Bittere vor viel Bittere. Sauerbiere und Rauchbiere kommen ans Ende. Beim Whisky gehst du von mild zu rauchig und von niedriger zu hoher Stärke.
- Schaumwein und leichte Weißweine
- Kräftige Weißweine und Rosé
- Leichte Rotweine
- Kräftige Rotweine
- Süße und edelsüße Weine
Temperatur, Gläser, Wasser und Brot
Weißwein schmeckt bei etwa 8 bis 12 Grad, Rotwein bei 14 bis 18 Grad. Zu kalt verschluckt Aromen, zu warm macht den Alkohol vorlaut. Bier gehört nicht eiskalt ins Glas, sondern je nach Stil zwischen 6 und 12 Grad.
Ein gutes Glas pro Person reicht, wenn du es zwischendurch mit etwas Wasser ausschwenkst. Stilles Wasser und neutrales Weißbrot gehören auf den Tisch. Ein Spucknapf ist keine Unhöflichkeit, sondern bei vielen Proben vernünftig.
Notieren: mit Bewertungsbogen oder App
Gib allen Gästen dieselben Fragen. Am einfachsten ist ein Bewertungsbogen mit fünf Feldern: Aussehen, Duft, Geschmack, Abgang und Urteil. Jeder notiert zuerst für sich, dann wird verglichen.
Wer will, trägt die Eindrücke danach in eine Tasting-App ein. Dann weißt du auch in einem Jahr noch, welcher Wein an diesem Abend gewonnen hat und warum.
Blind probieren
Eine blinde Probe macht jeden Abend spannender. Wickle die Flaschen in Papier oder steck sie in Tüten und nummeriere sie. Dann zählt nur, was im Glas ist, und nicht das Etikett oder der Preis.
Aufgedeckt wird erst, wenn alle notiert haben. Manchmal liegt dann ausgerechnet der günstigste Wein vorn.
Snacks: was passt und was stört
Zwischen den Proben hilft neutrales Brot. Käse, Wurst und Nüsse sind beliebt, verändern aber den Geschmack: Fett und Salz lassen Rotwein weicher wirken, Süßes macht trockene Weine sauer. Reich deshalb das Essen am besten nach der eigentlichen Probe.
Stark gewürzte, scharfe oder sehr knoblauchlastige Speisen gehören nicht zur Probe, weil sie den Gaumen für eine Weile betäuben.
Verantwortungsvoll genießen
Auch kleine Schlucke summieren sich. Stell genug Wasser bereit, biete eine alkoholfreie Alternative an und kläre vorher, wie alle nach Hause kommen. Ein Tasting ist ein Abend zum Schmecken, nicht zum Trinken um die Wette.
Gäste einladen mit Gustofolio
Unter Meet & Taste legst du in Gustofolio ein Treffen an: mit Titel, Termin, Getränken und Ort. Ein privates Treffen siehst du nur mit dem Einladungslink, den du an deine Gäste schickst. Wer zusagt, sieht die genaue Adresse und den Gruppenchat.
Nach dem Abend bewertet jeder die Proben in seiner eigenen Sammlung. So lernt Gustofolio auch aus eurer Weinprobe, was dir schmeckt.


